Dominus Providebit

Freitag, Dezember 23, 2005

„Die Chiffre „Gott“ gibt uns, eindeutig gefasst, das Bewusstsein der Geborgenheit“. (Karl Jaspers, Kleine Schule der Philosophie)

Donnerstag, Dezember 22, 2005

Die Homogenisierung der Lebenswelt schreitet voran. Lokale Tradition sterben aus, Grenzen jeglicher Art werden niedergerissen. Wir verkommen zu Statisten im großen, globalen Konsumspektakel. Es besteht ein frappanter Widerspruch zwischen der vermeintlichen Individualisierung unserer Gesellschaft und der Homogenisierung der globalen Lebenswelt. Ja, wir alle geben vor Individualisten zu sein, aber unsere Auswahlmöglichkeiten sind vorgegeben. Wir können zwischen einem Leben als Bankangestellter, als Informatiker, als Beamter oder Werbefachmannwählen wählen, wir können zwischen dutzenden verschiedenen Schampoo Sorten wählen. Aber macht uns diese Wahl frei? Wohl kaum.

Montag, Dezember 19, 2005

Die Sieben Todsünden:
  1. Hoffart, Stolz - superbia
  2. Geiz, Habsucht - avaritia
  3. Neid - invidia
  4. Zorn - ira
  5. Unkeuschheit, Wollust - luxuria
  6. Unmäßigkeit, Völlerei, Freßsucht - gula
  7. Trägheit, Überdruß - acedia

Analysiert man den Gegenwartszustand des Westens, muss man wohl zum Schluss kommen, dass die Sieben Todsünden in voller Blüte stehen. Materialismus und Konsumismus gedeihen bestens in einer Gesellschaft deren Triebstruktur den Sieben Todsünden entspricht.

Sonntag, Dezember 11, 2005

Madagascar

In Madagaskar müsste man sein.

Donnerstag, Dezember 08, 2005














Mein Lieblings-Kriegsfoto aus Tschetschenien. Schauderhaft schön wie der Fotograf Musa Sadulajew die zerstörerische Gewalt des Krieges der kindlichen Unschuld gegenüber stellt.
Gleichheit und Massenkultur. Die Aufklärung könnte als Kraft verstanden werden, die auf die Gleichstellung und Gleichheit aller Individuen hinarbeitet. Genau diese Kraft könnte andererseits aber auch zur Massenkultur geführt haben. Die Massenkultur wiederum fördert die Normalisierung aller gesellschaftlichen Bereiche im Hinblick auf das herrschende Wirtschaftssystem. Es wäre lohnenswert, den Zusammenhang zwischen Aufklärung, Massenkultur und Kapitalismus eingehender zu untersuchen.
"Diskussion von Dingen, die nichts bedeuten, verdunkeln die Dinge, die etwas bedeuten." Ken Knabb 1976
Dieses Zitat trifft ziemlich genau die Wirkungsweise der Gesellschaft im Zeitalter der Massenkommunikation. Wir werden ständing mit belanglosen Informationen bombardiert, was unsere Fähigkeit zur Wahrnehmung bedeutsamer gesellschaftlicher Ereignisse vermindert.

Mittwoch, März 09, 2005

Sonntag, Februar 06, 2005

Poesie ist die Faehigkeit des intensiven, zugleich aber reflektierten Erlebens des Augenblicks. Sie ist die praktische Gleichzeitigkeit von unmittelbarem und mittelbarem Erleben.

Samstag, Jänner 15, 2005

„Das Resultat meines Lebens wird gar nichts sein, eine Stimmung, eine einzelne Farbe. Mein Resultat wird Ähnlichkeit haben mit dem Gemälde jenes Künstlers, der den Durchgang der Juden durch das Rote Meer malen sollte und zu dem Ende die ganze Wand rot anstrich, indem er erklärte, die Juden seien schon hindurchgegangen und die Ägypter ertrunken.“

„In einem Theater geschah es, daß die Kulissen Feuer fingen. Hanswurst erschien, um das Publikum davon zu unterrichten. Man glaubte, es sei ein Witz, und applaudierte; er wiederholte es; man jubelte noch mehr. So, denke ich, wird die Welt zugrunde gehn unter dem allgemeinen Jubel witziger Köpfe, die da glauben, es sei ein „Witz“.

(Sören Kierkegaard, Entweder – Oder.)